Buch des Lebens – Kapitel 1: Mitternacht

Kapitel 1.1: Die Ankunft

Der Karren polterte über die unbefestigte Straße. Er holperte und polterte vor sich hin und die Fahrgäste auf der Ladefläche wurden immer wieder durchgeschüttelt. Nur wenige waren in der Lage bei diesen Straßenverhältnissen zu schlafen. Es waren vor allem Händler und Geschäftsleute. Ein Adliger nahm selten einen Karren. Der Mond, Masser befand sich in seiner zunehmenden Phase während Secunda zu diesem Zeitpunkt nicht zu sehen war. Der Blick der Gestalt, welche direkt hinter dem Kutscher saß wanderte nach oben auf den Mond. Ihr Antlitz wurde im fahlen Licht des zunehmenden Masser leicht umspielt. Ihre Gesichtszüge sind fein und schön. Ihre Fell glitzert sanft im Licht des Mondes. Ein leichter Seufzer entfuhr ihr als Sie an Ihr zuhause denkt.

Wir sind gleich da.

sagte der Kutscher zu der Khajiit.

Danke.

entgegnete Sie diesem.

Die Fahrt würde für Sie gleich vorbei sein, auch wenn der Rest noch weiter zog. Dann kam die Kutsche zum stehen und sie Schwang sich über den Sitz und über die Lehne des Karren nach unten. Sie griff nach Ihrem Rucksack und legte diesen auf Ihren Rücken. Sie drückte dem Fahrer einen kleinen Beutel mit Septimen in die Hand. Dieser nickte und gab den Pferden den Befehl weiter zu fahren.

Der Karren fuhr davon und ließ sie allein zurück. Sie stand vor einem großen Berg mit einer noch gewaltigeren Mauer. Es waren die westlichen Stadttore von Markarth. Von hier aus sollte Ihre Reise weitergehen. Sie lies den imposanten Anblick der alten Dwemer-Stadt auf sich wirken und ging dann auf das Stadttor zu. Eine Wache am Tor sprach dann zu ihr:

Halt! Wohin wollt ihr?

Sie blickte auf die Wache welche die Fackel etwas näher an Sie heran hielt.

In die Stadt.

sagte Sie.

Und warum? Was ist euer Begehr?

fragte die Wache ungestüm.

Ich bin auf der Suche nach einem alten Freund.

entgegnete Sie der Wache und ging weiter.

Verdutzt blieb die Wache stehen und schaute ihr hinter her.
Ein Kollege der Wache kam hinzu und fragte diesen:

Hey was ist los? Haben Sie dir deine Süßrolle geklaut?

Jaja… Du mich auch.

Die Khajiit drückte die Türen der Stadt auf. Mit einem Mal stand sie in der gewaltigen Stadt einer längst vergangenen Zivilisation. Markarth war ein Anblick der allem spottete was die anderen Völker je hätten leisten können. Gebaut aus massivem Stein wurde diese Stadt in den Felsen hinein getrieben. Die Dwemer sind bekannt dafür das Sie ihre Konstrukte besaßen und so viele Wunder schaffen konnten. Markarth konnte man zweifelsohne als ein Wunder bezeichnen. Selbst ein Fluss der eigentlich durch diese Bergregion floss wurde mit in die Stadt integriert.

Nach Sie sich an diesem Anblick satt gesehen hatte zog Sie weiter. Sie ging einer langen Gasse entlang nach unten und näherte sich der Festung Unterstein. Sie war der Sitz der Regierung von Markarth. Auch wenn die Abgeschworenen das anders sahen so bildete diese Festung mit Ihrer großen Halle doch ein imposantes Mahnmal für alle die sich gegen diese Stadt stellen wollten.

Sie zog an der Festung vorbei und ging die schmale Straße weiter nach unten. Dort vor Ihr lag ein Teil des Marktes und das Osttor der Stadt. Direkt in der Nähe zum Eingang der Stadt befand sich die Taverne Silberblut.

Sie ging auf den Eingang zu und hob den Kopf.

Gasthaus Silberblut…
Hier bin ich also richtig.

dachte Sie sich und trat ein. Die massiven Türen schwangen auf und direkt hinter ihr wieder zu. Sie blickte sich im Gastraum um. Das fahle Licht im Gastraum umspielt nur schwerlich ihre Gesichtszüge. Allerdings interessierte sich auch kaum einer der Gäste für den Neuzugang.

Langsam ging Sie auf die Bar zu und das Gastwirt, Kleppr, kam direkt auf Sie zu.

Darf es etwas zu trinken sein, Reisende?

fragte er sie direkt und ohne umschweife.

Sie winkte ab und fragte nach einem Zimmer.

Ja ich habe ein Zimmer frei. Es kostet euch 120 Septime.

Sie nickte und legte ihm einige Münzen auf den Tisch. Silberne, wie goldene und bronzene. Er zählte alles nach und seine Frau gab hinter ihm wie immer mürrisch von sich:

Pass ja auf das dass Geld stimmt!

Kleppr winkte ab und sagte dann zu seinem Gast:

Bitte folgt mir. Ich zeige euch euer Zimmer.

Beide gingen aus dem Schankraum einen kleinen Gang entlang. Gleich das erste Zimmer sollte ihres sein.

Gut. Das Zimmer gehört, für diese Nacht. Hier ist der Schlüssel. Wenn ihr etwas braucht lasst es mich wissen.

Dann verließ Kleppr den Raum und schloss die Tür hinter sich.

Sie war angekommen. Nachdem Ihrer Brüder und Schwestern das Gesuch erhalten hatten wurde direkt Sie angefragt. Als die beste von allen war es nur logisch das man die junge Khajiit schicken würde. Sie fühlte sich gleichsam geehrt aber auch mit Ehrfurcht erfüllt. Gleich nach dem Sie etwas zur Ruhe gekommen war viel ihr Blick auf das Bett.

Na herrlich… ich werde heute Nacht auf einem verdammt Stein schlafen…

entfuhr es ihr leise.

Etwas erschöpft von der langen Reise aus Hammerfell nach Skyrim legte Sie ihren Rucksack ab, verstaute einige Dinge darin und nahm sich ein einfaches Gewand heraus um unscheinbarer zu wirken. Einen Dolch steckte Sie, wie immer, in eine spezielle Scheide für die Klinge in Ihrem Stiefel. Dann griff Sie in den Rucksack und holte einen kleinen Beute hervor. Die Schnalle für den Verschluss war wie ein Totenkopf geformt mit zwei gekreuzten Knochen. Sie öffnete die Schnalle und darin befanden sich einige Phiolen.

Jede der Phiolen war beschriftet:

Nirnwurzextrakt, Jarrin-Wurzel Pulver, Todesglockenblumenextrakt, Nachtschattenblüten.

Ich denke ich nehme heute das Jarrin-Wurzel Pulver mit.

So griff Sie nach der Phiole und verstaute sie in einer versteckten, im Innenfutter der Jacke eingenähten, Tasche. Dann griff Sie wieder in die Tasche und holte noch einen kleine Beutel hervor. Diesen nahm Sie unter den Arm und ging aus dem Zimmer. Die Tür schwang zu Sie schloss ab.

Ihr Weg führte Sie in den Schankraum und dann in den gegenüber gelegenen Gang. Dort am Ende der Stufen gab es einen größeren Baderaum. Dieser war auf zwei Etagen aufgeteilt und in verschiedene kleinere Bäder unterteilt. Diese wiederum wurden in einen größeren Baderaum zusammengeführt, mit einem großzügigen Becken.

Die Khajiit trat an den Rand des Beckens und legte ihre Kleider ab. Dann stieg sie langsam in das dampfende, angenehm warme Wasser des Beckens. Sie war zu diesem Zeitpunkt allein gewesen. Ungestört von allem Trubel der Stadt legte Sie ihren Kopf in den Nacken und schloss ihre Augen.

Es vergingen einige Minuten und Sie wurde auf etwas aufmerksam. Sie konnte Schritte vernehmen. Sie kamen von hinter ihr. Die Person patschte immer wieder mit einem seiner Füße auf. Im nächsten Moment konnte Sie ein feines kratzen vernehmen.

Die Schritte wurden lauter und die Gestalt näherte sich weiter unaufhörlich. Dann betrat sie den Raum und die Khajiit verharrte immer noch in der gleichen Position. Doch dann hörte das Patschen und Kratzen auf. Für einen Moment herrschte Stille. Und dann sagte sie schließlich zu der Person:

Komm doch rein, Ree oder hast du Angst vor dem Wasser?

mit einem grinsen auf Ihrem Gesicht.

Nein natürlich nicht.

zischte die Person, legte Ihre Kleidung ab und stieg hinein.

Die Khajiit hob ihren Kopf und öffnete Ihre Augen. Dann blickte Sie in das Gesicht von Ree Jar-Na.

Schön dich zu sehen, Ree.

sagte Sie und drückte den Argonier an sich.

Es ist auch schön dich zu sehen, Harashi.

Dann lies sie ihn wieder los und beide setzten sich an einer seichteren Stelle auf eine kleine Steinbank die immer Wasser platziert worden war.

Das Wasser prallte immer wieder gegen die Steinbank auf der Harashi und Ree saßen. Es war immer noch warm und die beiden unterhielten sich.

Dann stimmt es also. Du wurdest nach Skyrim geschickt um unsere Brüder und Schwestern zu unterstützen.

sagte Ree.

Harashi schaute ihn an. Sie hatte ihre Knie aus dem Wasser genommen und ihren Kopf und Arme darauf gelegt.

Ja. Meister, Primodius hatte mich gefragt ob ich helfen würde.
Und ja. Ich wollte es.
Was aber nicht erklärt warum DU hier bist, Ree.

Ree blickte auf den Boden des Beckens und nickte.

Ja ich weis. Das habe ich dir noch nicht gesagt.

Harashi hob leicht den Kopf und legte diesen nun mehr schräg auf Ihren Armen ab.

Und sagst du es mir?

fragte Sie erneut.

Ja. Es ist schwer, Harashi. Die Schattenschuppen kommen nicht mehr voran. Ich habe mich daher der Bruderschaft in Morrowind angeschlossen. Bei Vivec haben wir unser kleines Versteck. Aber…

hörte er auf zu reden.

Aber was?

fragte Harashi.

Aber wir wurden verraten…

seufzte der Argonier.

Ree… das… das Tut mir leid.

sagte Sie.

Wisst ihr wer es war?

führte Sie ihre Frage fort.

Nein leider nicht. Meister, Velyynos schickte und weg…

Wie ich später gehört habe wurde er noch in der Zuflucht getötet…

Fort an waren wir versprengte. Und als mir zu Ohren kam das es ein Gesuch der Brüder und Schwestern aus Skyrim gab hatte ich die Befürchtung das es hier auch passieren würde.

Harashi schaute auf Ihren alten Freund und sagte dann:

Ich verstehe.
Ich mach dir einen Vorschlag, Ree.
Wir gehen zusammen dort hin und sehen was dran ist, ja?

Ree blickte auf Harashi und nickte.

Danke. Ich wusste du würdest es verstehen.

sagte er und lächelte sanft.

Die beiden verharrten noch eine Weile und unterhielten sich über die Vergangenheit. Dabei verging die Zeit so schnell das es draußen schon fast Mitternacht war. Durch ein Oberlicht konnte man den Himmel über Markarth gut sehen. Masser stand schon hoch oben als Harashi es auffiel.

Oh. Es ist schon bald Mitternacht, wie es scheint.

sagte Sie und deutete auf Masser und stand von der Bank auf. Sie ging zu Ihren Habseligkeiten und griffelte aus der kleine Tasche ein Stück Seife.

Ree war sich einen Moment lang unsicher was er tun sollte. Doch dann sagte Harashi zu ihm:

Ich mach mir nur kurz fertig dann bin ich soweit.

Ree versuchte nicht hin zu sehen und das wurde auch Harashi sofort klar.

Bring ich dich wieder in Verlegenheit, Ree?

sagte sie erneut grinsend.

Nein… nein…n…

schluckte er als er aus dem Augenwinkel sehen konnte wie sich Harashi, sehr anschmiegsam und gleichsam verführerisch zu waschen begann.

Dann ist ja gut.

sagte Sie wieder mehr grinsend.

Dann hast du heute Nacht etwas vor?

Harashi nickte auf die Frage von Ree.

Ich werde ein Date haben mit einer Küchenhilfe.

sagte Sie zu Ree während Sie sich weiter einseifte.

Dieser schaute verdutzt bei dieser Antwort.

Was meinst du damit?

fragte er überrascht.

Dann kam Harashi auf ihn zu gelaufen und stellte sich über und über mit Seife bedeckt vor ihn.

Riech doch!

sagte Sie.

Und dann fuhr ihm ein feiner Hauch von Lavendel gepaart mit dem sanften Duft der Drachenzunge in die Nase.

Ja das riecht wirklich sehr angenehm.

Dann tauchte sie kurz in das Wasser und der Schaum wurde davon gewaschen. Als sie wieder auftauchte flüstere Sie Ree ins Ohr:

Ich habe einen Kontrakt mit genommen, aus Hammerfell. In diesem wird eine Küchenhilfe erwähnt die den hiesigen Jarl bedroht. Die Meisterin aus Hammerfell, Malati, trug mir auf der Sache nach zu gehen.

Ree nickte bei der Ausführung von Harashi.

Dann setzt du also wie immer deine Reize ein?

Harashi nickte und grinste.

Wie auch sonst.

entgegnete Sie ihm.

Gut ich wäre soweit. Wir können ja in meinem Zimmer noch Details besprechen wenn du willst. Kommst du also mit?

fragte Sie Ree während Sie bereits aus dem Wasser stieg.

Ree konnte seinen Blick nicht von Ihrem Körper abwenden, als er sah wie grazil und anmutig Sie aus dem Wasser schritt. Dabei ruhte sein Blick auf ihrem Wohlgeformten Gesäß. In diesem kleinen Augenblick wurde ihm ganz anders zu mute als er es je für möglich gehalten hatte.

Er schüttelte einige Sekunden später seinen Kopf und trat ebenfalls aus dem Becken. Harashi hatte sich schon fast angekleidet als ihr Freund dann neben Ihr stand.

Rasch hatte sich auch Ree Jar-Na wieder in seine Gewänder gehüllt. Beide verließen Sie den Baderaum und gingen zurück in den Gastraum und hinüber in das Zimmer von Harashi.

Also was ist dein Plan?

fragte Ree.

Wie ich schon sagte betrifft es einer der Küchenhelferinnen, eine Dunmer mit dem Namen: Dalyesu.
Sie hilft in der Küche aus und soll auch mit Servieren. Und da wird es interessant. Ihr Markenzeichen soll, wer hätte es gedacht, Gift sein. Das heißt sie kann Problemlos jemanden vergiften der mit ihren Speisen in Berührung kommt.

Ree nickte und sagte dann:

Wir kommen wir dann an Sie heran?

Harashi schaute auf ihn und erklärte was Sie geplant hatte.

 

Kapitel 1.2: Mitternacht

 

Harashi betrat die Festung Unterstein. Als Sie im inneren angekommen war machte Sie sich weiter auf den Weg in Richtung des Jarls. Dort, in einem kleinen Nebenraum, war die Küche. Die meisten schliefen schon und auch vom Jarl und seinem Gefolge war keine Spur zu sehen. Das Treffen mit der Dunmer war schon ausgemacht. Harashi hatte dafür gesorgt das Sie interessiert sein würde.

Noch in Hammerfell hatte Harashi diesen Plan aufgestellt. Sie verfasste einen Brief an Dalyesu. In diesem bot Sie ihr ein Treffen und ihre Dienste an. Sie schlug dabei ein eher privates Gespräche nur zwischen den beiden vor. Als Ort nannte Harashi die Ruinen von Alt Markarth. Am Tor würde Harashi auf Sie warten damit Sie dort gemeinsam hinein gehen konnten.

Harashi erreichte die Küche der Festung. Nirgends war jemand zu sehen. Im hinteren Raum konnte Sie jemanden schnarchen hören. Sie spähte um die Ecke in die Küche und hatte freie Bahn. Sie ging langsam hinein und näherte sich einem Schrank. Sie war auf der Suche nach Vorräten von Gift. Aber Fehlanzeige. Dann fiel ihr eine kleine Kiste neben einem der Schlafmatten auf. Sie pirschte sich langsam voran. Neben ihr auf der anderen Matte schlief eine Waldelfe. Sie schnarchte so nervenzerfetzend das man vermuten konnte sie würde ganz Valenwald kahl schlagen. Harashi schüttelte den Kopf und grinste. Sie ging langsam auf die Kiste zu. Sie war sehr einfach gehalten. Keine nennenswerten Verzierungen an ihr oder auffällige Mechanismen. Sie überprüfte das Schloss doch es war verschlossen. Für diesen Fall hatte sie immer etwas dabei. Flink hatte Sie einen Dietrich hervor geholt und das Schloss der Kiste gab unter ihren geschickten Händen sehr schnell nach. Der Deckel der Kiste sprang auf und gab Ihren Inhalt preis.

Als Harashi diesen Erblickte griff sie sich alles, verschloss die Kiste wieder und ging.

Der Zeitpunkt des Treffens rückte nun immer näher. Harashi verließ die Festung Unterstein wieder und ging schnurstracks in Richtung der Ruinen von Alt Markarth. Als Sie um die Ecke bog sah sie auch schon die Dunmer, Dalyeus.

Die Dunmer beäugte die Khajiit misstrauisch doch als Sie näher kam fragte die Dalyesu:

Seid ihr der Nachtschatten?

Harashi trat näher heran und sagte:

Ja. Ich bin der Nachtschatten. Dann seid ihr Dalyesu.

Die Dunmer nickte und dann ging es los.

Harashi trat an die Tür zu den Ruinen heran. Ree Jar-Na hatte, während Harashi in der Festung war schon alles präpariert damit es möglichst reibungslos ablaufen kann. Sie drückte gegen die Türen und sie schwangen mit Leichtigkeit auf. Sie betraten die Ruinen und gingen ein Stück hinein. Gleich einige Meter vor Ihnen hatte Ree einen kleinen Raum vorbereitet. Dort hatte er einen Tisch und zwei Stühle hinbugsiert. Eine Sitzbank sollte ebenfalls nicht fehlen. Auf dem Tisch standen einige Kerzen und einige Laternen waren auch im Raum verteilt.

Nach und nach entzündete Harashi diese und sie gingen an den Tisch.

Euer Brief hatte mich neugierig gemacht, Nachtschatten.
In diesem schriebt ihr das ihr mein ein Angebot machen wolltet.
Wie soll das aussehen?

fragte die Dunmer skeptisch.

Dieser Augenblick war der gefährlichste. Der Moment in dem die Dunmer entweder ins Netz gehen sollte oder alles aufflog.

Nun. Ich habe euren Namen erfahren. Er wurde mir, in sorgsamer Umsicht, mitgeteilt. Es hieß das Ihr die Richtige seid wenn ich mich bereichern wollen würde.

sagte Harashi mit fester Stimme und Überzeugung in Ihren Worten.

Die Dunmer blickte weiterhin skeptisch auf Harashi und wägte die Worte ab.

Wer hatte euch meinen Namen gesagt?

fragte die Dunmer harsch.

Jetzt kommt es drauf an. Es darf nicht auffallen.

dachte sich Harashi.

Den Namen habe ich von den Spatzen.

Dieser wenigen Worte hallten nahezu wieder. Es war so als würden die Ruinen von diesen immer wieder erfüllt werden. Wie ein Echo das etwas ankündigen wollte.

Die Dunmer blickte immer noch skeptisch auf Harashi legte aber ihre reservierte Haltung ab.

Gut. Dann lasst uns sprechen.

sagte die Dunmer freundlich.

Harashi hatte es geschafft auch wenn ihr fast ein Stein vom Herzen fiel aber Sie war am Ziel. Nun kam es darauf an was Dalyesu zu sagen hatte und wohin es führen sollte.

So legte die Dunmer Ihren Plan und ihre Vorhaben dar. Die Stadt Markarth war schon recht wohlhabend. Vor allem die Herrscher und Entscheider der Stadt hatten sehr viel wertvolles angehäuft. Aber der Jarl war auch ein Problem. Dieser sollte verschwinden und Dalyesu hatte auch einen Plan. Sie sollte diesen vergiften. Der Plan war simpel wie überraschend gut durchdacht. Wenn der Jarl nicht mehr wäre hätte Sie freie Bahn doch Harashi wurde stutzig.

Wo wir das geklärt hätten… da hätte ich noch eine Frage.

sagte Sie.

Nur zu.

sagte die Dunmer und nickte.

Agieren wir nur zusammen oder gibt es noch andere die beteiligt sind?

fragte Harashi.

Die Dunmer nickte und entgegnete ihr dann:

Ich arbeite für jemanden. Es ist ein Geheimnis das nur durch Feuer enthüllt werden kann. Aber dazu kommen wir noch.

Der Plan stand und nun hatte Harashi genug gehört. Es war an der Zeit das Sie ihren Plan ins Rollen brachte. Sie ging an den kleinen Korb den Sie mit sich geführt hatte und holte eine Flasche mit einem guten Wein heraus. Gereift in den Ländern von Vvardenfall begünstigt durch die Asche des Roten Berges war dieser Wein wahrlich etwas besonderes da der Boden stets sehr frisch war und viele Nährstoffe enthielt.

Dann schlage ich vor wir feiern unsere kleine Zusammenkunft.

sagte Harashi und die Dunmer willigte ein. Sie setzte sich auf die Bank hinter Harashi und sie bereitete die Krüge vor. Schnell war der Wein eingegossen und Harashi versetzte den Krug von Ihr mit der Jarin-Wurzel. Dann steckte sie noch je eine Lavendelblüte an den Krug. Es war getan. Sie nahm die Krüge und ging zur ihr hinter.

Ich denke damit haben wir es. Auf die neue Partnerschaft!

sagte Harashi.

Die Dunmer nickte und nahm den Krug. Beide hoben diesen und nahmen einen ordentlichen Schluck.
Dalyesu beäugte die Verzierung am Krug. Der Lavendel gab einen betörenden Duft von sich. Er erfüllte die Luft mit etwas besonderem ohne gleich zu aufdringlich zu sein.

Wieder nahmen beide einen großen Schluck. Je mehr sie tranken desto mehr wurde die Luft mit dem Geruch des Lavendel versetzt. Schließlich war die Flasche geleert. Dalyesu hatte einiges von dem Wein in sich. Genau wie von der Jarrin-Wurzel. Harashi beobachtete die Wirkung der Wurzel. Die Dunmer verlor einige Hemmungen und kam auf Harashi zu. Angezogen durch den Duft des Lavendels den Ihr Fell abgab und bewegt durch den Geruch von Lavendel der, ohne hin schon, in der Luft hing.

Sie drückte sich an Harashi und roch.

Der Lavendel riecht wirklich wunderschön.

sagte die Dunmer.

Harashi blickte in Ihre Augen. Sie sah Verrat und Heimtücke darin. Ihr Ziel war Nobel und Edel. Die Jarrin-Wurzel wirkte langsam weiter und so spielte Harashi mit.

Ihr findet den Duft meines Felles gut?

fragte sie Dalyesu.

Ja!

gab diese halb betrunken und halb willenlos von sich.

Harashi schob die Träger Ihres Kleider auf der linken Seite, wo sich die Dunmer befand nach unten bis zu ihrem Busen. Der Duft des Lavendels wurde immer intensiver und Dalyesu konnte fast nicht mehr in sich halten. Sie drückte Ihr Gesicht in das Fell von Harashi und nahm einen tiefen Zug dieses Geruches. Es war atemberaubend und berauschend zu gleich.

Harashi legte ihre Hand rechte Hand an die Wange der Dunmer. Sie blickte nach oben und Harashi begann sie zärtlich zu küssen. Sie erwiderte diesen ebenfalls sehr zärtlich. Es vergingen einige Minuten und die Jarrin-Wurzel entfaltete ihre ganze Wirkung. Die Gliedmaßen der Dunmer wurden langsam taub. Sie begann zu zittern und die Muskeln begannen zu krampfen. In diesem Augenblick, und bedingt durch den Alkohol begann auch ihr Herz auszusetzen. In den Armen von Harashi fand nicht nur Sie ihr Ende. Sondern auch ihre destruktiven Pläne.

Ree der das Schauspiel von seinem Platz aus gut verfolgen konnte und wieder aufs neue von Harashis Fähigkeiten beeindruckt war stand auf und sprang hinunter.

Harashi hingegen legte den Körper von Dalyesu auf dem Boden ab und drückte Ihre Augenlider nach unten. Sie kniete über dem leblosen Körper und sprach einige kurze Worte an Arkay der diesen Körper davor bewahren möchte geschändet zu werden und damit die Seele Ihren Weg zu Ihren Ahnen fände.

Sie erhob sich und streifte sich den Träger wieder über. Dann trat Sie an den Tisch zu Ree und legte die Dokumente vor ihm auf den Tisch.

Und was haben wir?

fragte Ree Harashi.

Nun, Ree. Unsere Informationen waren korrekt. Sie arbeitete zwar nicht allein aber der Jarl einer jeden Stadt in Skyrim sollte sein Ende finden. Allerdings ist nicht klar wer genau dahinter steckt.
Sieh vor allem diesen Brief hier.

sagte Harashi und reicht ihm den Brief mit den konkreten Anweisungen.

Tagebuch von Dalyesu (02. Tag Herzfeuer 4 Ära 201)

 

Ree hatte die entsprechende Passage im Tagebuch der Dunmer gelesen. Nun war klar das hier
jemand anderes am Werk war. Es gab also einen Kopf. Wahrscheinlich handelte es sich um eine Bande. Wer konnte das schon wissen. Das würde aber auch bedeuten das er und Harashi weiter machen mussten und es nicht nur bei diesem kleinen Intermezzo bleiben würde.

Ree schaute auf Harashi. Sie hatte noch einige weitere Dokumente in der Hand. Vor allem handelte es sich um Anleitungen zur Herstellung von Giften und so weiter. Nichts besonderes. Leider gab es in allen Unterlagen keinen weiteren Hinweis auf den Chef der Bande.

Harashi legte die Unterlagen gefrustet bei Seite. Sie hatte nichts von Belang entdecken können.

Wenigstens konnten wir das geplante Ableben des Jarls verhindern.

sagte Ree, ebenfalls sichtlich gefrustet.

Harashi nickte und überlegte noch einmal ob Sie etwas übersehen haben könnte. Sie schaute auf den Tisch und starrte die Dokumente an. Dann starrte sie das Tagebuch an. Nichts. Es gab einfach keinen Hinweis darauf. Die Kiste war komplett leer.

Dann blickte Ree auf den Leichnam der Dunmer. Und da fiel es ihm auf.

Aus eine der Taschen ragte ein Faden. Diesen hatte er im dürftigen Licht erkannt weil die Kerze geflackert hatte. Er ging zu ihr hin und schaute sich den Faden genauer an. er zog daran und es öffnete sich eine weitere Tasche in der Tasche. In Ihr befand sich ein mehrfach zusammen gefalteter Brief.

Ree schlug ihn auf und begann zu lesen.

Brief an Dalyesu

 

Als Ree den Brief gelesen hatte wurde so einiges klarer.

Hier, Harashi. Das dürfte so einiges erklären.

sagte Ree und gab ihr den Brief.

Harashi nahm das Dokument entgegen und begann die Zeilen zu lesen.

Nach dem Sie fertig war legte Sie den Brief auf den Tisch.

Was hältst du davon, Ree?

fragte Sie, mit Blick in seine Richtung.

Nun ich würde sagen wir statten diesem Silal mal einen Besuch ab.

sagte er zu Harashi und deutete auf die Karte.

Harashi blickte genauer hin und sah was er meinte. Ree hatte einen Ort auf der Karte markiert. In der Nähe von Rorikstatt gab es ein kleine Ruine einer alten Festung oder Turmes. Ree hatte diesen Punkt mit einem Kreis versehen.

Warst du dort schon einmal?

fragte Sie Ree.

Nein. Ich weis nur was sich die Leute erzählen.

Harashi blickte verdutzt auf Ree.

Was meinst du damit? Was erzählen sich die Leute?

 

Harashi blickte auf Ihren Freund Ree. Dann hob er seinen Kopf und sagte zu ihr:

Die Ruine soll verflucht sein. Keiner weis was dort genau aus und ein geht. Vielleicht sind es nur Gerüchte. Ich weis es nicht. Aber auf jeden Fall ist dort etwas nicht ganz richtig.

sagte er zu ihr.

Der Blick von Harashi wurde hart und schwer.

Könnte es sein das diese Leute ihr Unwesen treiben?
Gab es Berichte oder anderes?

fragte sie ihn.

Ree schüttelte den Kopf und sagte dann:

Was auch immer dort nicht stimmt muss mehr sein als nur ein Paar Halunken oder Gauner. Nein. Da ist etwas wirklich nicht richtig.

Natürlich war die Ausführung von Ree richtig. Jeder der etwas zu verstecken hätte würde einen solchen Ort auswählen. Keiner aus dem einfachen Volk würde sich dort hin trauen. Und die Wachen des Fürstentums auch nicht. Abgesehen davon hatten die Jarls schon genug zu tun als sich um Hirngespinste der Bevölkerung zu kümmern. Also passte die Örtlichkeit zu dem Vorhaben.

Harashi überlegte einen Moment lang und wägte die Situation ab:

Wenn Ree sagt dort ist etwas nicht richtig dann muss das mehr sein als nur eine Bande die ihr Unwesen treibt. Die Frage ist was nun wirklich stimmt.

Harashi wälzte Ihre Gedanken und überlegte noch einen Moment als Ree neben Ihr stand und sie fragte:

Was willst du nun tun, Harashi?

Jäh aus Ihren Gedanken gerissen schaute Sie auf Ree. Der charismatische Argonier stand im Licht des Raumes und seine Schuppen wurden von eben diesem Licht sanft zum schimmern gebracht. Angezogen durch dieses Schimmern und durch die von Lavendel geschwängerte Luft fühlte sie eine Vertrautheit und unglaubliche Nähe zu ihm. Sie fühlte sich stark zu ihm hingezogen.

In diesem Moment fragte Ree erneut und Harashi wurde aus ihrer Vorstellung gerissen.

Harashi? Woran denkst du?

Harashi schaute erst auf Ree und ihm dann in die Augen.

Ich bin… alles gut. Ich war nur kurz im Gedanken.

entgegnete Sie ihm während ihr Herz laut pochte.

Wir sollten unseren Kram packen und uns vorbereiten. Ich denke wir werden uns diese Ruine genauer ansehen. Was auch immer da dran ist… Wir finden es heraus.

sagte Sie zu Ree und er nickte.

So kenne ich dich.

sagte er gleichsam zischend und grinsend.

 

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