The Elder Scrolls Tales – Das Erwachen (Prolog)

Prolog

Der Regen prasselte auf den Platz nieder und Gewitter zogen durch die Wolken. Elahi und Vashkar saßen gemeinsam auf dem spartanischen Bett ihrer Zelle. Obgleich es draußen goss wie aus Kübeln und dies der letzte Abend sein sollte den Sie hatten, gaben sie sich nicht der Verzweiflung hin.

Vashkar blickte seiner geliebten Elahi in die Augen. Ihre Kraft war durch die Altmer gebunden worden. Sie war machtlos gegenüber ihren Feinden geworden. Dieses dunkle Ritual hatte dafür gesorgt das man die beiden festnehmen konnte.

Ihm war klar was am kommenden Morgen folgen würde. Die beiden wurden als Verräter am Aldermi-Dominon gebrandmarkt. Unabhängig davon das dies nicht stimmte. Doch die Wahrheit interessierte den Stiftsvogt nicht. Er war ein widerlicher kleiner Altmer der immer auf Macht aus war. Nun hatte er, mit den beiden, eine Möglichkeit seine Macht zu demonstrieren.

Der Regen und das Gewitter wurden heftiger. Langsam ging der Regen in Schneefall über. Elahi und Vashkar war klar was das bedeuten würde. Ein schwerer Schneesturm näherte sich der Stadt. Bald schon würde dieser hier wüten und seine hässliche Fratze zeigen. Die Fratze des kalten Todes. Viele Leute würden in dieser Nacht, ohne ein Dach über den Kopf, ihr Leben verlieren. Vor der Kerkertür ging ein Altmer vorbei.

Er war Mitglied der Wache und brachte den beiden ihre Henkersmahlzeit.

Mit einem selbstzufriedenen Grinsen auf seinem Gesicht öffnete er die Klappe, an der Tür, und stellte die beiden Teller auf das Brett.

>>Wir sehen uns morgen! Ich freue mich schon darauf!<< sagte der Altmer, selbstgefällig.

Ihr werde schon sehen was ihr davon habt… dachte sich Vashkar.

Nachdem die Wache wieder gegangen war konnte man Stimmen vernehmen. Er unterhielt sich mit seinem Kameraden weiter vorn am Zugang zum Kerker. Ironischerweise floss der Alkohol in Strömen und die Wache kippte einen Krug nach dem anderen.

Vashkar ging und holte die beiden Teller. Währenddessen konnte man spüren wie die Kälte des herannahenden Schneesturms immer drückender wurde.

Es ist so verdammt kalt das wir Gefahr laufen schon heute Nacht zu erfrieren… Ich hoffe es geht unseren Kameraden gut. Wenigstens die beiden müssen es geschafft haben zu entkommen. Ging es Vashkar durch den Kopf.

Elahi saß auf dem Bett und durch das kleine Fenster, am oberen Ende der Wand zog die Eiseskälte des Sturms herein.

>>Hier. Wenigtens ist das Essen noch warm.<< sagte Vashkar.

>>Danke. Diese Nacht ist nicht das was wir geplant hatten… Und doch bin ich froh das wir, selbst hier, zusammen sind.<< entgegenete Elahi, etwas erschlafft. Das Ritual, welchem sie zum Opfer gefallen war, zehrte noch immer an ihren Kräften. Sie konnte sich kaum auf den Beinen halten.

Vashkar wusste um die Zerbrechlichkeit seiner geliebten. Er musste Sie irgendwie in Sicherheit bringen. Doch wie sollte er das anstellen? Er war selbst ein Gefangener der Thalmor. Die Stimmen der beiden Wachen wurden lauter und lauter.

Elahi und Vashkar saßen derweil auf dem Bett und drückten sich aneinander um so der Kälte noch etwas länger zu entgehen.

Mit jedem Augenblick konnte man spüren das der Sturm draußen heftiger wurde. Das Heulen des Windes wurde lauter und dann ging der Schneefall teils in Hagel über.

Der Sturm peitschte die Stadt Bruma, welche am Rand von Cyrodiil lag. Die Kaltfronten, welche aus Skyrim nach unten drangen, trafen regelmäßig auf die warme Luft von Cyrodiil. Deshalb bildeten sich, oftmals, verheerende Schneestürme zwischen Falkenring, Helgen und Bruma.

Im Schutze des Sturmes schlich ein Argonier zwischen den nur spärlich beleuchteten Gassen hin und her. Sein Blick war zielgerichtet und er wusste genau wo hin er gehen musste.

Es ist nicht mehr weit. Ich kann den Kerker, vor mir, schon sehen. Dort finde ich meine Beute…

Langsam presste er sich gegen die Hauswand als er ein Geräusch vernahm.

>>Und hast du gehört was man mit Umbranil gemacht hat?<<

>>Nein was denn?<<

>>Nun er ist in seiner Schicht, im Kerker, eingeschlafen. Als der Stiftsvogt das gesehen hatte wurde Umbranil direkt, selbst, in den Kerker gesteckt. Nun schmort er darin für nichts. Aber das habe ich nicht gesagt!<<

>>Du hast recht. Die feine Art ist das nicht aber…<<

Die beiden Altmer zogen an dem Argonier vorbei. Sie hatten keinerlei Notiz von ihm genommen.

Ein Altmer und auch noch ein Thalmor der selbst im Kerker sitzt… interessant…

Mit diesen Gedanken zog der Argonier weiter in Richtung des Kerkers.

Er erreichte die Außenwand und schlich langsam, im Schatten des gewaltigen Turmes, in Richtung Eingangstür.

Der Argonier erreichte die Eingangstür und spähte vorsichtig um die Ecke.

Er ließ seinen Blick schweifen und untersuchte genau die Umgebung um den Turm herum.

Nur ein Wachposten… das sollte kein großes Problem werden…

Dann wandte er sein Blick nach unten. Vor ihm lag ein faustgroßer Stein.

Die Augen des Argoniers blitzten bei dem Gedanken der ihm gerade durch den Kopf schoss.

Er griff nach dem Stein und zielte. Dann warf er den Stein der Wache an den Kopf.

Durch den Schlag auf den Helm wurde die Wache stark desorientiert.

Der Schädel brummte ihm und es viel ihm schwer sich auf den Beinen zu halten. Ebenso brachte er kaum einen Laut von sich so stark war der Schmerz gewesen. Er taumelte und hielt sich den Kopf.

Sehr gut… Nun bringen wir es zu Ende…

Der Angreifer griff zu seinem Bogen und legte an. Er zielte und ließ den Pfeil fliegen. Kurz darauf durchbohrte der Pfeil den Hals der Wache und sie fiel lautlos zu Boden, in die riesige Schneewehe direkt vor dem Turm.

>>Ausgezeichnet.<< zischte der Argonier leise.

Er schlich auf die Wache zu und durchsuchte alle Taschen. Recht schnell entdeckte er die Schlüssel zum Turm.

Nun muss ich nur noch die Leiche verschwinden lassen…

Das war aber, angesichts der Schneemengen, kein wirkliches Problem. Sehr schnell hatte er die Wache neben den Turm getragen und ihm unter einer ordentlichen Menge Schnee versteckt.

Jetzt zurück zu meinem Auftrag.

Mit dem Schlüssel für den Turm war dieses Hindernis schnell genommen. Er wusste ganz genau das er eine Etage nach unten musste. Ebenso war dem Argonier klar das es kaum jemand geben würde der ihn aufhielt. Allerdings musste er noch an der kleinen Wachstube vorbei. Doch er hoffte das er sich auf den Einsatz seiner Partnerin verlassen konnte.

Sollte alles nach Plan laufen müssten die Wachen schon lange bewusstlos sein und meine Ziele schlafen sicher auch schon…

So schlich er langsam die Treppen nach unten und löschte dabei jedes Licht das er fand. Bald schon lag der Weg in Richtung Tür in vollständiger Dunkelheit. Und dann stand er vor der Tür zur Wachstube. Diese Stand sperrangelweit offen. Auf dem Tisch lagen die beiden Wachen. Sie schliefen tief und fest. Sie würden absolut keine Notiz von irgendetwas nehmen.

Aber ich muss noch zu jemand anderem…dachte er sich.

Als er an der Wachstube vorbei war bog er links ab. In einen noch spärlicheren beleuchteten Teil des Kerkers. Keine Zehnmeter vor ihm lag eine einzelne Zelle.

Er spähte durch das Gitter in der Tür in die Zelle hinein.

Dort, im fahlen Licht einer kleinen Fackel, welche jeden Augenblick auszugehen drohte, stand ein Altmer der sich am wenigen Feuer noch etwas zu wärmen versuchte.

>>Hey!<< zischte er und der Altmer schrack auf.

>>Wer ist da?!<< rief er bestimmt aber dennoch mit gedämpfter Stimme.

>>Du bist Umbranil, oder?<<

>>Ja der bin ich. Was willst du und wer bist du?<<

>>Ich kann dich hier raus holen… aber nur unter einer Bedingung…<<

Der Altmer legte seinen Kopf leicht schief und starrte seine Zellentür an.

Der Sturm wurde immer schlimmer und der Stiftsvogt machte sich Gedanken ob seine Gefangenen den kommenden Tag noch erleben würden.

Sie müssen den kommenden Morgen erleben… Ich muss meine Macht demonstrieren!

Geschockt von der Vorstellung das seine Gefangenen unter diesem Sturm und der Kälte sterben konnten machte er sich auf den Weg in Richtung des Kerkers.

Er erreichte sehr schnell den Turm und seine Verwunderung war groß.

Wo ist dieser dämliche Wachposten?!

Wutentbrannt darüber das die Wache nicht auf Ihren Posten war stürmte der Stiftsvogt hinein in den Turm. Als er diesen betreten hatte war es stockfinster darin.

Welcher Idiot hat die Lichter nicht neu entfacht hier kann man sich ja… ohahhaaa!

Als der Stiftsvogt im Gedanken war hatte er einen Schritt zu viel nach vorn gewagt und war in einen Eimer voller eiskaltem Wasser getreten. Erschrocken durch die schiere Kälte und die Feuchtigkeit verkeilte er seinen Fuß im Eimer. Er humpelte nach vor und erwischte, statt der Wand, mit seinen Händen einen dort stehenden Besen. Mit diesem in der Hand und mit dem Eimer an seinem linken Fuß sprang er, förmlich, auf der obersten Eben hin und her. Doch bei seinem letzten Sprung erwischte er die Treppe und dann ging es, im Dunkeln, nach unten. Er humpelte und rumpelte die Treppe nach unten. Jeder Sprung und jedes Stolpern tat er mit dem Besen in der Hand. Er schaffte es allerdings nicht umzufallen und so kam er, mehr tänzelnd als laufend, am Fuß der Treppe an. Allerdings wurde ihm dann ein kleiner Stein, welcher leicht heraus stand, zum Verhängnis. Er blieb mit dem Eimer an diesem hängen, fiel nach vor um und versuchte sich mit dem Besen abzustützen. Allerdings konnte der Besen diesen Dienst nicht tun und er zerbrach. Das Ergebnis dieses Intermezzos war ein zerbrochener Besen und ein zerbrochener Eimer.

Als der Stiftsvogt so auf dem Boden lag und noch den Besenstiel in seiner Hand hatte rollte er sich auf die Seite. Sein Blick fiel dabei auf die Decke des Kerkers.

Wenn ich diesen senilen Idioten erwische der diesen bescheuerten Eimer dort hingestellt hat, … Dann …. DANN….!

Er schäumte vor Wut und dann sprang er auf.

>>WENN ICH DIESEN…… ARHG!<< entfuhr es ihm wieder.

Seine Kleidung war von oben bis unten Nass und dreckig. Wutentbrannt stürmte er los, an der Wachstube vorbei in Richtung der Zelle von Vashkar und Elahi. Die beiden hatten das gepolter zwar wahrgenommen aber sie wurden davon nicht wirklich wach. Der Stiftsvogt erreichte die Zelle und blickte hinein. Dort sah er wie Elahi und Vashkar aneinander gekuschelt auf dem Bett lagen. Im Turm wurde es von Stunde zu Stunde immer kälter. Und der Stiftsvogt fror noch mehr da seine Kleidung patschnass war.

Er griff zum Schlüssel und steckte ihn hinein. Dann dreht er den Schlüssel ein kleines Stück als von hinten eine Hand auf seinen Mund gedrückt wurde. Kurz darauf wurde ihm mit einer sehr scharfen Klinge der Hals durchtrennt. Der Stiftsvogt war auf der Stelle tot und fiel zu Boden. Dann trat der Argonier aus den Schatten und öffnete die Tür zur Zelle.

Er schleifte den leblosen Körper des Stiftsvogt mit in die Zelle. Dann ging er mit gezogener Klinge auf Elahi und Vashkar zu. Es war Vashkar der durch die Schritte aufschreckte.

>>Wer ist da?!<<

Vashkar sah recht schnell das die Tür zur Zelle offenstand und das sich eine bedrohlich wirkende Kreatur den beiden näherte.

>>Pssssst…<< zischte der Argonier.

Es dauerte einen Augenblick doch dann entfuhr es Vashkar schlagartig:

>>Jaree! Bist du das?<<

>>Ja!<< zischte der Argonier erneut.

>>Talos sei Dank! Du lebst!<<

>>Ich bin hier um euch hier raus zu holen.<<

Mit diesen Worten griff der Argonier nach den Fußfesseln der beiden und trennte Sie auf. Elahi und Vashkar wurden die Füße mit einem Tau gefesselt, dass getränkt war mit dem Extrakt eines Efeu.

Dem entsprechend hatten sich die Haut und das Fell drum herum auch etwas entzündet.

>>Die Entzündung sollten wir schnell wieder weg bekommen.<< zischte Jaree.

>>Ja. Der Schnee wird es auf jeden Fall lindern. Wenigstens den Juckreiz.<< sagte Vashkar etwas verkniffen.

>>Und wie geht es Elahi?<< fragte Jaree auch wenn er sich die Frage hätte sparen können.

>>Sie leidet noch sehr unter dem Einfluss dieses dunklen Rituals. Ich hoffe wir können Ihr helfen.<<

>>Nun zuerst mal bringen wir euch hier weg!<< sagte Jaree bestimmt und wie gewohnt zischend.

>>Da Elahi sich kaum auf den Beinen halten kann werde ich Sie tragen. Du hältst uns den Weg frei?<<

>>Ja. Aber ich habe noch eine Überraschung auf Lager.<< sagte Jaree grinsend. Auch wenn ein grinsender Argonier immer den anschein hatte als würde er gleich jemanden auffressen wollen.

Vashkar musste sich jedes mal das Lachen verkneifen als er sah wie verkniffen Jaree grinste.

>>Gut. Lass uns hier verschwinden!<< sagte Vashkar der Elahi über seine Schultern gelegt hatte.

Dann gingen die beiden aus der Zelle und in Richtung der Wachstube.

Dort trafen sie auf Umbranil.

>>Hast du alles vorbereitet?<< fragte der Argonier zischend.

>>Ja. Hier sind die Rüstungen der Wache. Damit sollten wir mehr Bewegungsfreiheit haben.<<

>>Gut. Vashkar, Umbranil. Legt die Rüstungen an. Ich habe einen Plan!<< zischte er erneut aber mit einer, fast zu greifenden, starken Überzeugung.

Etwa eine halbe Stunde später gingen Umbranil und Vashkar in den Rüstungen der Wache aus dem Turm.

Jaree hatte sich auf einem anderen Weg abgesetzt und hatte die beiden allein gehen lassen.

Als Vashkar und Umbranil den Turm verließen, wütete der Sturm noch heftiger als zu Beginn.

Man konnte kaum seine Hand vor Augen sehen. Dieser Umstand machte die Flucht aus dem Kerker und der Stadt Bruma noch einfacher. So liefen die beiden, schnellen Schrittes, von Gasse zu Gasse.

Es dauerte nicht lang und Sie hatten den vereinbarten Treffpunkt, am nördlichen Stadttor, erreicht.

Dort standen allerdings zwei Wachen, links und rechts vor dem Tor.

Die Situation schien aussichtslos zu sein. Vashkar und Umbranil würden nie an den beiden Wachen vorbeikommen. Vorallem nicht mit Elahi auf der Schulter von Vashkar. Doch noch bevor die beiden sich mehr Gedanken darüber machen wie sie nun vorgehen sollten lag schon eine der beiden Wachen tot am Boden. Im nächsten Augenblick zog Jaree einen Dolch und warf ihn mit Präzision in Richtung der Wache. Der Dolch traf die Wache am Hals und diese fiel wie ein nasser Sack zu Boden.

>>So geht es dann auch.<< sagte Vashkar, erneut, von Jaree beeindruckt.

Jaree winkte dann seine beiden Freunde zu sich und öffnete die Tür nach draußen. Außerhalb der Stadtmauer befand sich niemand. Jaree’s Komplizin hatte dafür gesorgt das die Wachen auf der anderen Seite auch schon weg waren. Einiger Meter vor Ihnen stand, schließlich, ein Karren. Er war mit einer Plane überspannt und mit Knochen von erschlagenen Bestien bestückt.

Umbranil sprang hinten auf den Wagen und Vashkar gab Elahi in seine Hände. Dann sprang auch er auf den Karren. Jaree platzierte sich vorn neben der vermummten Person die den Wagen lenkte.

>>Es kann los gehen!<< zischte er

Die Person nickte, lediglich und der Wagen setzte sich in Bewegung.

Vashkar war auf dem Karren in Richtung Jaree nach vorn gerutscht und fragte dann:

>>Wohin soll es nun gehen, Jaree?<<

>>Wir kehren zurück…<<

>>Wohin zurück?<< fragte Vashkar verdutzt.

Jaree überlegte einen Augenblick lang und die vermummte Person nickte, schließlich.

Dann nach einer schier endlosen Pause sagte er:

>>Nach Skyrim…<<

The Elder Scrolls Tales – Das Erwachen

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